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AI proof gap  
02.06.2026

KI wird produktiv, bevor sie prüfbar ist

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
Der Prüfrahmen ist vorhanden, aber noch nicht ausgerichtet. (Grafik: Generiert mit DALL-E, Prompt und Bearbeitung mit ChatGPT: Redaktion)
Unternehmen treiben den Einsatz Künstlicher Intelligenz voran, doch Governance, Kontrollen und Revisionsfähigkeit halten vielerorts nicht Schritt.

Eine Grant-Thornton-Studie beschreibt diese Lücke als „AI proof gap“: 78 Prozent der befragten Führungskräfte haben kein starkes Vertrauen, innerhalb von 90 Tagen eine unabhängige Prüfung ihrer KI-Governance bestehen zu können. Befragt wurden 950 C-Level- und Senior-Führungskräfte.

Für die Interne Revision entsteht daraus ein neuer Prüfauftrag. Sie muss nicht nur beurteilen, ob KI-Anwendungen effizient eingesetzt werden. Entscheidend ist, ob Unternehmen nachvollziehbar zeigen können, welche KI-Systeme produktiv genutzt werden, auf welchen Daten sie beruhen, welche Kontrollen greifen und wer für Ergebnisse verantwortlich ist.

Der Handlungsdruck steigt zusätzlich durch neue Betrugsrisiken. Eine Untersuchung des Institute of Internal Auditors und AuditBoard zeigt: 58 Prozent der befragten Revisionsverantwortlichen bewerten KI-gestützten Betrug als moderates Risiko, 27 Prozent als hohes Risiko. Zugleich halten weniger als 40 Prozent ihre Interne Revision für ausreichend vorbereitet, solche Risiken zu erkennen. Besonders häufig genannt werden KI-gestützte Phishing-Angriffe, gefälschte Rechnungen, automatisiertes Social Engineering und Deepfakes.

Damit verschiebt sich die Rolle der Internen Revision. Sie muss dafür sorgen, dass KI-Governance, Datenqualität, Modellrisiken, Zugriffsrechte, Monitoring, Eskalationswege und menschliche Kontrolle nachvollziehbar, kontrollierbar und revisionsfest dokumentiert sind.

Hinzu kommt: 83 Prozent der Befragten erwarten, dass ihre Revisionsfunktion im kommenden Jahr selbst mehr KI einsetzen wird. Die Revision prüft also nicht nur KI-Risiken im Unternehmen, sondern muss zugleich ihre eigene KI-Nutzung kontrollieren. Auch der globale Risikoblick bestätigt die Relevanz. Laut „Risk in Focus 2026“ bleibt Cybersecurity weltweit das wichtigste Risiko und die wichtigste Prüfungspriorität. Digitale Disruption einschließlich KI ist zugleich der am zweitschnellsten steigende Risikobereich und erreicht global Rang zwei.

Revision des internen Rechnungswesens

Das interne Rechnungswesen steht im Zentrum moderner Unternehmensführung: Es schafft Transparenz über Kostenstrukturen und wirtschaftliche Risiken und liefert verlässliche Daten für fundierte Entscheidungen. Die Prüfung seiner Leistungsfähigkeit durch die Interne Revision hat daher eine hohe Bedeutung.

Erarbeitet vom „DIIR-Arbeitskreis „Revision des Finanz- und Rechnungswesens“, entwickelt dieser Leitfaden hierfür praktikable Prüfungsansätze – mit vielen detaillierten Prüfungsfragen und Praxisbeispielen.

  • Prüfung der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung und Schwerpunkte wie Kalkulation oder innerbetriebliche Leistungsverrechnung
  • Branchen- und funktionsspezifische Besonderheiten – von Produktion und Handel über Dienstleistungen bis zu Projekten und Investitionen
  • Anforderungen an die Dokumentation und Archivierung
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